Citadelle Co LOaDoch zunächst sei daran erinnert, dass Spuren menschlicher Besiedlung an diesem Ort gefunden wurden, die 3000 Jahre vor Christus datieren…

Eine der frühesten bekannten Stätten ist die Zitadelle von Co Loa (257 v. Chr.), etwa zwanzig Kilometer von der heutigen Hauptstadt entfernt. Sie gilt als die älteste Zitadelle Vietnams und wurde unter der Herrschaft von Thuc An Duong, dem Gründer der legendären Thuc-Dynastie, errichtet. Dieses alte Dorf war die ehemalige Hauptstadt des Königreichs Au Lac, dem alten Namen Vietnams. Eine spiralförmige Mauer schützte es, daher sein Name (Co Loa = Schnecke).

Wer sich dafür interessiert, findet dort ein historisches Museum, zwei Tempel und einige Gräber. Alles abseits des Massentourismus...

 

Temple de la LitteratureNachdem dies gesagt ist, können wir die Geburtsstunde von Hanoi vernünftigerweise auf das Jahr 1010 festlegen, als Ly Cong Uan die Stadt zur „kaiserlichen Hauptstadt“ erklärte. Unter seiner Herrschaft wurde 1070 der Literaturtempel errichtet, der sechs Jahre später zur ersten Universität des Landes wurde und bis 1915 Gelehrte und Beamte ausbildete. Trotz der bewegten Geschichte des Drachenlandes ist diese bemerkenswerte Stätte immer noch präsent, eine Oase des Friedens, der Stille und der Frische inmitten des Trubels der modernen Hauptstadt.

Die folgenden 800 Jahre sahen China regelmäßig in das Gebiet einfallen, was im Laufe der Zeit zu seinem Niedergang führte, bis 1802 König Gia Long, Herrscher der Nguyen-Dynastie, beschloss, die kaiserliche Hauptstadt nach Hué zu verlegen. Er ließ den alten Palast zerstören und einen anderen im Vauban-Stil errichten.

Den Verlust des Titels einer Kaiserstadt hinderte die Stadt jedoch nicht an ihrer Entwicklung. 1831 änderte König Minh Mang den Namen von Than Long in Hanoi. Doch 1887 wurde Hanoi zur Hauptstadt Französisch-Indochinas…

 

Carte postale ancienne TonkinWir müssen nun über das sprechen, was heute „Die Altstadt“ genannt wird.

Zu dieser Zeit war die Stadt nur ein Netzwerk von etwa 36 Straßen, die somit teilweise die heutige Altstadt bilden. Jede Straße war einem bestimmten Handwerk gewidmet: die Straße der Juwelen, der Seide, der Metallverarbeitung, der Töpferei oder der Matten… Lange vor der Ankunft der Franzosen genoss der Ort einen soliden Ruf als Handelszentrum im Roten Flussdelta.

Auch in der Altstadt befinden sich die Ein-Säulen-Pagode und einer der ältesten Tempel Hanois aus dem 9. Jahrhundert: der Bach-Ma-Tempel.

Rue Hang TreDas vielleicht interessanteste Merkmal der Altstadt ist die Art und Weise, wie die Häuser entworfen wurden. Hunderte von Jahren lang verlangten die Könige von ihren Untertanen, dass ihre Wohnungen die Höhe der königlichen Sänfte nicht überschreiten durften. Eine schnelle geometrische und vor allem pragmatische Berechnung, die die Wohnfläche und die Bevölkerungsdichte berücksichtigte, führte zu einer Wohnform, bei der die schmale Fassade den Geschäften vorbehalten war, während der lange Gebäudekörper Werkstätten, Esszimmer und Schlafzimmer beherbergte.

Man sieht diesen Baustil auch heute noch, allerdings mit einigen Stockwerken mehr als die Höhe einer königlichen Sänfte…

Doch kehren wir zu unseren französischen Kolonialherren zurück. Ihre Ankunft prägte die architektonische Landschaft Hanois sehr stark. Sie verwandelten das Erscheinungsbild der Stadt und schufen einen Stil, der in Südostasien, ja vielleicht sogar in ganz Asien, nicht existierte. Wie Paul Bert, der damalige Generalgouverneur, der das Projekt des französischen Schaufensters in Indochina initiierte, betonte: „Alles war erlaubt, solange die Kolonialmacht in Stein gemeißelt wurde.“
Der Prozess der Einführung der französischen Architektur in Hanoi erfolgte jedoch in zwei Phasen:

Hanoi OperaZunächst, von 1900 bis 1920, eine „strikte Durchsetzung der französischen Architektur“ mit dem Aufkommen von Bauten im französisch-französischen Stil. Dazu gehören die Oper, das Hotel Metropole, die Kathedrale Saint Joseph oder die Bank von Indochina. In ihrem klassischen, monumentalen Stil und mit ihren imposanten Fassaden sind sie die ostentativen Symbole der Stabilität des Protektorats und des Wunsches nach einer dauerhaften kolonialen Präsenz in Vietnam.



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